Gallenblase-Gallbladder20 (GB20)

V. i. S. d. P.:
Dr. med. Thomas Braun B. AC.
Mitglied der Redaktion des Journals: Standards und Richtlinien in der chinesischen Medizin
Weiterbildungbefugter Arzt der Bayerischen Landesärztekammer (Akupunktur)

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GB20

Akupunkturpunkt GB20

Fengchi - fēng chí - 风池

Internationale Nomenklatur Gallenblase-Gallbladder20 (GB20)


* Am Nacken knapp unterhalb des Os occipitale
* in Höhe von DU16
* in der Vertiefung zwischen den occipitalen Ansätzen des M. trapezius und
des M. sternocleidomastoideus

Funktion: Verbindungspunkt GB, SJ, Yang Wei Mei und Yang Qiao Mei

Traditionelle Indikation: Vertreibt inneren und äußeren Wind, klärt die Sinne. Außen: Fieber / Schüttelfrost, steifer Nacken; innen: Lähmung, Zucken, Zittern, Taubheit, Schwindel und Schwindel. Kopfschmerzen, insbesondere Hinterhauptschmerz, Augenprobleme, besonders auch bei Aufsteigendem Leberyang.

[Quelle: www.AkuData.de]

Integrative Medizin (Wirkung)

Studien zu GB20 (Fengchi) zeigen seine Wirksamkeit bei neurologischen und entzündlichen Erkrankungen: Hierzu finden sich 3 Studien zur Migräne und 3 zur Epilepsie nach Mikroinjektion von Pilocarpin in den linken zentralen Nukleus der Amygdala. Bei letzterem Modell fällt auf, daß eine Stimulation des Punktes mit 100 Hz eher zu einer Verschlechterung, 10 Hz eher zu einer Verbesserung der Symptomatik führt.


Migräne

(3) Bei Ratten, bei denen die Dura mater elektrisch gereizt worden war (Migräne- Modell), reduzierten sich in der Arteria meningea media Aktivität und Expression der Myosin-leichte-Ketten-Kinase signifikant. Sowohl der präventive, als auch der kurative Einsatz von GB20 hingegen bewirkten signifikante Steigerungen der Parameter.[1470755598-de]

(4) Bei Ratten wurde durch Elektrostimulation der Dura mater ein Migränemodell erstellt. Dabei zeigten die Modelltiere vergleichen mit normalen sowohl signifikante Verschlechterungen des Verhaltens, als auch eine Zunahme der cFOS- positiven Nervenzellen in periaquäduktalem Grau (PAG), Nukleus raphe magnus (RMg) und caudalem Trigeminuskern. GB20 (nicht ein NAP) verbesserten das Verhalten und reduzierten die cFOS-positiven Zellen.[1490780996-de]

(8) Mittels wiederholter elektrischer Durastimulation wurde bei Ratten das Modell einer wiederkehrenden Migräne erstellt. Nach den Stimulationen waren in Gesichtsbereich und Hinterpfoten die Schmerzschwellen erniedrigt und im periaquäduktalen Grau (PAG) die Expressionen von ionisierten Calcium-bindenden Adaptermolekül-1 (Iba1), Interleukin 1 beta und P2X7R als Zeichen einer Aktivierung der Mikroglia erhöht. GB20 steigerte die Schmerzschwellen und reduzierte alle anderen Parameter.[1745936248-de]


Epilepsie nach Mikroinjektion von Pilocarpin in den linken zentralen Nukleus der Amygdala

(2) Elektroakupunktur mit 100 Hz an GB20 (bilateral) kann eine, durch Einbringung von Pilocarpin in den linken zentralen Kern der Amygdala (CeA) ausgelöste, fokale Epilepsie nicht unterdrücken. Vielmehr führt sie zu einer Steigerung epileptiformer Veränderungen und kann auch bei Tieren ohne Einbringung von Pilocarpin den CeA zu Anfällen führen. Es gibt Hinweise, daß die Opioidrezeptoren in der CeA dafür (mit-) verantwortlich sind. (Um die Beteiligung der Opioidrezeptoren im CeA zu beleuchten waren Naloxon (breit wirksamer Opioidrezeptorantagonist), Naloxonazin (Mu- Rezeptorantagonist), Naltrindol (Delta- Rezeptorantagonist) und Norbinaltorphimin (Kappa- Rezeptorantagonist) direkt am CeA eingesetzt worden.)[1387302441-de]

(6) Bei Ratten wurde durch Verabreichung von Pilocarpin in den linken zentralen Kern der Amygdala (CeA) fokale Epilepsie ausgelöst. Das äußerte sich nicht nur im EEG, sondern auch als signifikante Reduktionen von REM- und NREM- Schlaf. Elektroakupunktur an GB20 mit 10Hz konnte die Schlafdauer signifikant steigern. Bestimmte Opioidantagonisten hatten einen gewissen Einfluß auf die Wirkung von GB20.[1524241331-de]

(5) Die Mikroinjektion von Pilocarpin in den linken zentralen Nukleus der Amygdala (zNA) führte bei Ratten mit Epilepsie zu einer Zunahme der fokalen Epilepsie und gleichzeitig zu Störungen von REM- und NREM- Schlaf. Eine hochfrequente Elektroakupunktur an GB20 konnte diese Schlafstörungen weiter verstärken. Mikroinjektionen von Opioidrezeptorantagonisten in den zNA hemmte diese Wirkung von GB20.[1513267343-de]


Sonstiges

(1) Nach cerebralem Ischämie- / Reperfusionstrauma (IR) wurden die Konzentrationen von Dopamin und seinen Metaboliten DOPAC (3,4- dihydroxy-phenyl acetic acid) und HVA (homovanillic acid) in der extrazellulären Flüssigkeit im Striatum gemessen. GB20 bewirkte eine Ernidrigung des Dopamin (verglichen mit der Modellgruppe) 90 Minuten nach Beginn der Reperfusion, zudem wurde keine Spitze beobachtet; DOPAC bleib auf seinem Basisniveau und zeigte keine Spitze nach Reperfusion. Die Veränderungen von HVA ähnelten denen von DOPAC und das gemessene HVA war insgesamt signifikant niedriger als in der Modellgruppe nach Beginn der Reperfusion.[1325688305-de]

(7) Bei Mäusen mit modellierter Autoimmunencephalomyelitis fanden sich in der Retina der Augen 100 Gene hoch- und 134 Gene herunterreguliert. GB20 (nicht DU16) normalisierte 21 Expressionen wieder weitgehend.[1685024902-de]




Quellen:
www.AkuData.de:
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