Huantiao - huán tià o - 环跳Internationale Nomenklatur Gallenblase-Gallbladder30 (GB30)* An der Hüfte (Patient seitlich mit gebeugter Hüfte gelagert) * auf einer Verbindungslinie zwischen dem Trochanter major und dem Hiatus sacralis am Übergang vom lateralen Drittel zu den medialen zwei Dritteln Funktion: Himmelsfensterpunkt, Verbindungspunkt GB und BL Traditionelle Indikation: Lumboischialgie [Quelle: www.AkuData.de] Integrative Medizin (Wirkung)GB30Die schmerzlindernde Wirkung von GB30 nach Gabe von Freunds Adjuvans wird auch über die * Freisetzung endogener Endomorphine und * das absteigende inhibitorische System vermittelt. * Beteiligt an dieser Wirkung scheint auch die Freisetzung des Corticotropin Releasinghormons im paraventrikulären Nukleus des Hypothalamus. * An der Wirkung über das Rückenmark sind Serotonin- und Noradrenalinrezeptoren, sowie eine Reduzierung der FOS- Expression beteiligt. * Auch scheint GB30 die Cytokinine im entzündeten Gewebe zu beeinflussen. * Diese Freisetzung endogener Endomorphine aktiviert wiederum die gamma- Opioidrezeptoren der GABAnergen Neurone, wodurch die Freisetzung von GABA unterdrückt wird. Dies beseitigt die tonische Hemmung von GABA auf den serotoninergen Neuronen in der RVM. Die Aktivierung dieser serotoninergen Neurone hemmt den Schmerz. GB30 kann daher als komplementäre Therapieform beim entzündlichem Schmerz dienen.[1498818894-de] Entzündungsbedingter Schmerz durch Freunds Adjuvant: (1) Elektroakupunktur aktiviert Corticotropin Releasinghormon enthaltende Neurone im paraventrikulären Nukleus des Hypothalamus und lindert dabei ein entzündungsbedingtes Ödem bei Ratten. Eine solche Erhöhung tritt nicht bei Tieren mit fehlender Entzündung auf.[1302108231-de] (2) Elektroakupunktur unterdrückt die Hyperalgesie und die spinale FOS- Expression, indem sie das absteigende inhibitorische System aktiviert. War jedoch eine Schädigung des Rückenmarkes (dorsolateraler Funiculus) vorbestehend, fand sich kein Unterschied der Wirksamkeit von GB30 und NAP. Zudem aktiviert GB30 Serotonin und Katecholamine enthaltende Nervenzellen im Nucleus raphe magnus und im Lokus coeruleus, die beide ins Rückenmark einstrahlen.[1302108484-de] (4) GB30 (im Gegensatz zu dem NAP) hemmt die Hyperästhesie bei Ratten mit entzündungsbedingten Schmerzen, woran bestimmte Subtypen spinaler Serotonin- und Noradrenalinrezeptoren beteiligt sind [1364815439-de] (5) Bei Ratten mit entzündlichen Schmerzen durch die Gabe von Freunds Adjuvant hemmten die Gabe eines Opioid (nicht-analgetisch wirksam) und GB30 auch die affektive Komponente des Schmerzes (die Auslösung von Belohnungsverhalten fehlte bei beiden Therapieformen). Diese Wirkung wurde bei GB30 durch die Einbringung eines selektiven Mu Opioidrezeptorantagonisten in den rostralen anterioren Gyrus cinguli (rACC), nicht aber die eines selektiven kappa Opioidrezeptorantagonisten gehemmt. GB30 erwies sich als effektive Therapieform für beide Schmerzkomponenten.[1364945668-de] (10) Diese Wirkung wird durch Opioide vermittelt, konnte sie doch durch die Gabe von Naloxon (Opioidantagonist), oder von gegen beta- Endorphin (END), met- Enkephalin (ENK) und Dynorphin A (DYN) gerichtete Antikörper blockiert werden (nicht durch Kontroll- Antikörper). Auch reguliert GB30 die Expression bestimmter Cytokinin im entzündeten Gewebe: Signifikant herunterreguliert werden die proinflammatorischen Cytokinine TNF alpha (Tumornekrosefaktor alpha) und Interleukin 1 (IL1) beta. Signifikant hochgeregelt wurden IL13 und proinflammatorische IFN gamma (Interferon gamma). CXCL10 ist ein Chemokinin, das durch IFN gamma stimuliert wird (INF gamma war das einzige proinflammatorische Cytokinin, das hochgeregelt worden war). CXCL10 bindet nur an den Rezeptor CXCR3 und kann entzündlichen Schmerz lindern was durch Antikörper gegen END, ENK oder DYN verhindert werden kann, wie ein weiterer Teil der Versuchsreihe zeigte. Das Chemokinin CXCL10 scheint also eine Schlüsselrolle für die opioidvermittelte Analgesie bei peripheren Entzündungsprozessen zu haben, führt es doch zu einer zahlenmäßigen Zunahme der, Opioidpeptide enthaltenden CXCR3+ Makrophagen (und vermittelt so die Analgesie).[1434384432-de] (12) Akupunktur an GB30 verbesserte die Verhaltensstörungen von Ratten infolge entzündungsbedingter Hyperalgesie einer Hinterpfote. Die Injektion des kappa- Opioidrezeptorantagonisten Norbinaltorphimin in den rostralen anterioren Gyrus cinguli (nicht die eines gamma- Opioidrezeptorantagonisten) hemmte diese Wirkung.[1497887288-de] (13) Bei Ratten hebt Akupunktur an GB30 nach Injektion von Freunds Adjuvans in die Hinterläufe die Schmerzschwelle signifikant. Nach Einbringen selektiver Antagonisten gegen Opioidrezeptoren in die rostrale ventromediale Medulla (RVM) hemmten gamma-, nicht aber die kappa- Opioidrezeptorantagonisten diese Wirkung der Akupunktur.[1498818894-de] (14) Nach Injektion von Freunds Adjuvans in eine Hinterpfote linderte GB30 den Schmerz signifikant. Die intrathekale Applikation eines Antagonisten des Serotonin 1A Rezeptors (5-HT1AR) (nicht die eines Antagonisten des Serotonin 2C Rezeptors [5-HT2CR]) hemmte diese Wirkung signifikant. Bei dem Versuch zeigte sich im Rückenmark eine Expression von 5-HT1AR (nicht von 5-HT2CR).[1498907486-de] (15) Durch das, aus der Chemotherapie bekannte Paclitaxel wurde eine periphere Neuropathie mit Allodynie und Hyperalgesie ausgelöst. GB30 besserte (bei 10 Hz deutlich besser als bei 100 Hz) die Symptome signifikant. Opioidrezeptorantagonisten (gamma, delta oder kappa) hemmten die Wirkung signifikant.[1502525153-de] (16) Nach Injektion von Freunds Adjuvans wirkte GB30 (direkt und 24 Stunden nach der Injektion angewandt) bis zu 144 Stunden lang signifikant analgetisch und antiinflammatorisch. Der Einsatz von Opioidrezeptorantagonisten nach 96 Stunden an den entsprechend Stellen unterdrückte diese analgetische Wirkung.[1507307892-de] Tumorschmerz: (3) GB30 (nicht ein NAP) hemmt bei Ratten mit Knochenkrebs Hyperalgesie und Hochregulation von Interleukin 1 beta (und dessen mRNA) im Rückenmark.[1302108577-de] Verletzung des Nervus ischiadicus und/oder zugeordneter Nervenwurzeln: (9) Eine tiefe Stimulation mit 16 mm Stichtiefe von GB30 kann die pathologischen Veränderungen nach Verletzung eines Nervus ischiadicus signifikant verbessern; bezüglich Funktion (Leitungsgeschwindigkeit und die Amplitude der evozierten Potentiale) und Histopathologie (Desorganisation der Nervenfasern). Diese Verbesserungen gehen mit einer Hochregulation der Expression des Nervenwachstumsfaktors (NGF) und einer Herunterregulation von Fos (jeweils Signifikanz) einher. Eine oberflächliche EA (7 mm Stichtiefe) zeigte ebenfalls linderende Wirkung, diese fiel jedoch signifikant gering aus.[1404805535-de] (6) Nach operativ hergestellten lumbalen intervertebralen Bandscheibenprotrusiones ist GB30 (nicht ein NAP) geeignet, die Gehfähigkeit der Tiere und deren Berührungsempfindung signifikant zu verbessern. Zudem waren die ultrastrukturellen Läsionen des Nervus ischiadicus bei GB30 deutlich geringer ausgeprägt, als ohne Behandlung oder nach Verwendung eines NAP[1387709727-de] (7) Nach Verletzung des Nervus ischiadicus bei Ratten zeigte die Pharmakoakupunktur an GB30 mittels des Rezeptes Sciatica 5 die besten Ergebnisse nicht nur bezüglich der axonalen Regeneration, sondern auch Cyclin-abhängige Kinase 2 (CDC2) und Vimentin (VIM) in der Schwannschen Zellen der verletzten Nerven. Die jeweils eigenständigen Wirkungen von GB30 und Sciatica 5 schienen sich, so die Autoren, in dem Experiment synergistisch zu verstärken.[1391252679-de] (11) GB30 mindert die pathologischen Veränderungen im Rückenmark (Höhe L4/5) bei Ratten nach Verletzung des Nervus ischiadicus. Verantwortlich dafür machen die Autoren eine Hemmung des JNK- Signalweges, da die gesteigerte dortige Expressionen der phosphorylierten c- Jun N- terminalen Kinasen und des phosphorylierten c- Jun nach Verletzung des Nerven durch GB30 signifikant gemindert wurde. Gleichzeitig war eine tiefe Nadelung (bis in den Nerv) einer oberflächlichen (Muskulatur) bezüglich der Expressionen signifikant überlegen.[1457431896-de] (17) Apoptosehemmende Wirkung von GB30 in den entsprechenden Spinalganglien: Nach Verletzung des Nervus ischiadicus bei Ratten verschlechterte sich dessen Funktion (SFI) deutlich und seine motorische Nervenleitgeschwindigkeit (MNCV) sank. In den entsprechenden Spinalganglien stiegen Apoptoserate (AR), PI3K (Phosphoinositid- 3- Kinase) und AKT (Proteinkinase B)(jeweils Signifikanz). Elektroakupunktur an GB30 verminderte SFI und AR und steigerte MNCV, PI3K und AKT (entspricht weiterer Aktivierung des PI3K / Akt Signalwegs)(jeweils Signifikanz).[1596363534-de] (18) Nach Druckschädigung des Nervus ischiadicus stellten sich Funktionsstörungen des Nerven und Steigerungen der Expressionen von phosphoryliertem p38MAPK und phosphorylierten Tumorprotein p53 in den Spinalganglien von L4 bis L5 der betroffenen Seite ein (jeweils Signifikanz). Akupunktur an GB30 beeinflußte alle Parameter jeweils signifikant gegenteilig. Wurde 12 bis 14 Millimeter tief punktiert, so war die Wirkung signifikant stärker als bei 5 bis 8 Millimeter tiefer Nadelung.[1624349625-de] (19) Nach operativer Ligatur des Spinalnerven L4 war die motorische Innervation des ipsilateralen Nervus ischiadicus gestört und die Expressionen von Interleukin 1 beta, Interleukin 6 und Tumornekrosefaktor alpha in diesem Nerven, sowie die von NFkappaB (engl.: nuclear factor kappa B) im entsprechenden Lumbalmark erhöht (jeweils Signifikanz). GB30 (sowohl stimuliert mit 2 Hz, als auch mit 100 Hz) steigerte die Funktion des Nerven und senkte alle Expressionen (jeweils Signifikanz). Die niederfrequente Stimulation war dabei der hochfrequenten bei allen Parametern jeweils signifikant überlegen.[1632206460-de] (20) Nach operativer Okklusion des Nervus ischiadicus traten Funktionsstörungen und Gewebeschäden desselben, sowie eine Zunahme der Expression von GAP43 in diesem Nerven und den Wirbelsäulenabschnitten L4 bis L6 auf (jeweils Signifikanz). Moxibustion linderte die Störungen und Schäden und steigerte dort GAP43 weiter (jeweils Signifikanz).[1674232379-de] Neuropathischer Schmerz: (8) Bei einseitigem neuropathischen Schmerz hob eine starke Stimulation an GB30 die Schmerzschwelle sowohl auf der betroffenen, als auch auf der nicht betroffenen Seite signifikant (die Wirkung einer milden Stimulation fiel deutlich geringer aus). Gleichzeitig reduzierte sie auch die Expression des Proteins der ERK (Extracellular-signal Regulated Kinase)in beiden Hinterhörnern signifikant (nicht so eine milde Stimulation).[1404558946-de] Als unwirksamer Kontrollpunkt: (21) Bei Mäusen Asthma infolge Eiweiß-Allergie nahmen die dynamische Compliance der Lunge, sowie dort SOD und GSH ab; gleichzeitig stiegen, stiegen in den Luftwegen die Gewebeschäden und Eosinophilie, sowie MDA, IgE und Interleukin 17 (IL17) und im Blut IL4, IL5 und IL13 (jeweils Signifikanz). Manuell stimulierte Akupunktur an der Kombination DU14, BL12 und BL13 (nicht an GB30) beeinflußte alle Parameter gegenteilig signifikant. Zudem fanden sich im Lungengewebe proteomisch in M verglichen mit N 334 Gene hoch- und 230 herunterreguliert und in A verglichen mit M 416 hoch- und 251 herunterreguliert. Im Lungengewebe von M verglichen mit N waren die Expressionen von SLC3A2 und ATP1A3 höher, sowie in A verglichen mit M niedriger.[1674495156-de] Quellen: www.AkuData.de: [Quelleneinbindung in eckigen Klammern entspricht AkuData-Index] |
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