Yanglingquan - yáng lÃng quán - 阳陵泉Internationale Nomenklatur Gallenblase-Gallbladder34 (GB34)* Am Unterschenkel lateral * in einer Vertiefung ventral und distal des Caput fibulae Funktion: Meisterpunkt der Sehnen, Himmelsfensterpunkt, 5. antiker Punkt (Erde), He- Punkt Traditionelle Indikation: Klärt feuchte Hitze in Leber und Gallenblase, verteilt das Leber- Qi, harmonisiert den Shaoyang, unterer Qiao [Quelle: www.AkuData.de] Integrative Medizin (Wirkung)Studien zu GB34 (Yanglingquan) bei Morbus Parkinson zeigen konsistente neuroprotektive und motorische Effekte bei Mäusen. GB34 verbessert Verhalten, Motorik und schützt dopaminerge Neuronen in der Substantia nigra, ohne jedoch den striatalen Dopaminpool vollständig zu erhalten. Es reguliert Genexpression (424 hoch-, 375 herunterreguliert), reduzierte alpha-Synuclein und beeinflußt Autophagie-Lysosomen-Signalwege (LC3II, LAMP1). GB34 mildert Levodopa-induzierte Bewegungsstörungen, steigert Pmch im Hypothalamus und normalisierte neuronale Netzwerke, insbesondere im motorischen Cortex (M1). Zudem erhöht GB34 cFOS in Hippocampus und Nukleus paraventrikularis, was auf Schmerzmodulation hinweist. Eine Studie fand jedoch keine neuroprotektive Wirkung auf Zelltod oder Tyrosinhydroxylase. Gemeinsam ist die Verbesserung motorischer Funktionen, neuroprotektive Regulation und Modulation neuronaler Netzwerke:Neuroprotektion (Morbus Parkinson) (3) Dargestellt wurden die im Rahmen der Neuroprotektion bei Akupunktur von GB34 auftretenden Veränderungen der Genexpression in der Substanzia nigra, bei Mäusen, bei denen durch die intraperitoneale Gabe von 1-Methyl-4-Phenyl-1,2,3,6-Tetrahydropyridin ein Morbus Parkinson ausgelöst worden war, untersucht. Dabei fand sich, daß durch GB34 (im Vergleich zur unbehandelten Gruppe) 424 Gene mindestens um den Faktor 2 hoch- oder 375 herunter geregelt wurden.[1325517427-de] (6) Bei Mäusen (mit Morbus Parkinson ausgelöst durch MPTP [Methylphenyltetrahydropyridine N-monooxygenase = 1-methyl-4-phenyl-1,2,3,6-tetrahydropyridine]) verbesserte GB34 die motorische Funktion und schützte die dopaminhaltigen Neurone gegen die Wirkung von MPTP, aber hielt die Erschöpfung des strialen Dopaminpools nicht auf. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, daß Akupunktur an GB34 zu einer Verbesserung der synaptischen Dopaminverfügbarkeit führt, was entscheidend für die Verbesserung der motorischen Funktion nach MTPT Einsatz sein kann.[1365005899-de] (11) Bei Mäusen war mittels MPTP eine Morbus Parkinson ausgelöst worden. GB34 (nicht NAP) zeigte dabei nicht nur signifikante Verbesserungen von Verhalten und Motorik, sondern auch eine Protektion der dopaminergen Zellen der Substantia nigra pars compacta (SNpc) und ihrer Funktion. Als Mechanismus dafür konnte eine Protektion des Autophagie- Lysosomen- Signalweges dort gefunden werden. So reduzierte sich dort durch GB34 (nicht NAP) das Protein alpha Synuclein und beeinflußte GB34 LC3II (microtubuleassociated protein 1 light chain 3 II - ein typisches Protein, das in Zusammenhang mit vervollständigten Autophagosomen steht) und LAMP1 (lysosome associated membrane protein 1 - eine Strukturprotein der Lysosomen), nicht jedoch auf dem Signalweg vorgelagerte Proteine wie pmTOR, pP70S6K und ULK1 (wie es das Rapamycin, ein Inhibitor von mTOR, tut). Die Wirkung von GB34 ist daher ohne Zusammenhang zu Rapamycin / mTOR zu sehen.[1494608260-de] (10) Das Modell eines Morbus Parkinson war durch das Neurotoxin MPTP erstellt worden. Manuelle Akupunktur an GB34 über fünf Tage wirkte nicht neuroprotektiv (Zelltod und im Striatum Dopamingehalt, sowie die Expression von Tyrosinhydroxylase).[1487941116-de] (17) Verwendet wurden zwei unterschiedliche Arten von Modellen (Mäuse) für den Morbus Parkinson, nämlich P-/- (engl.: Pitx3 Deficient aphakia) und 6H-/- (engl.: 6 Hydroxydopamine Lesioned Mice). Alle Tiere wurden mit Levodopa behandelt und dabei abnorme unwillkürliche Bewegungen beobachtet. Diese Bewegungen konnte mittels GB34 signifikant gemindert werden, wobei sich gleichzeitig im Hypothalamus eine Steigerungen der Expression von Pmch (engl.: pro-melanin-concentrating hormone) zeigte. Ein Antagonist für den MchR (engl.: Melanin-concentrating hormone receptor) hemmte die Wirkung der Akupunktur.[1643281741-de] (18) Manuell stimulierte Akupunktur an GB34 (nicht an einem beliebigen Punkt am Körper [NAP]) regelte die Schmerzschwelle hoch und steigerte in Hippocampus (Region CA1) und Nukleus paraventrikularis die Expression von cFOS (jeweils Signifikanz). Die vorherige Injektion von U0126 (MEK/MAPK Inhibitor), CPZ (TRPV1 Inhibitor) und DPCPX (A1R Inhibitor) an GB34 hemmte nicht nur die Bildung peripherer ERK (engl.: extracellular-signal regulated kinase) an GB34, sondern auch die oben genannten Wirkungen.[1671813003-de] (22) Beim Mausmodell der Parkinson-Erkrankung traten signifikante Verhaltensstörungen auf. GB34 (nicht NAP) reduzierte die Verhaltensstörungen signifikant. Neben der Verbesserung der motorischen Symptome konnte unter GB34 (nicht NAP) eine Normalisierung der neuronalen Netzwerke im Gehirn beobachtet werden. Insbesondere die Aktivität des primären motorischen Cortex (M1) zeigte eine enge Verbindung zur funktionellen Erholung, was auf eine zentrale Rolle dieser Region bei den Wirkmechanismen der Akupunktur hinweist. Die Studie liefert neue Erkenntnisse über die neurobiologischen Grundlagen der Akupunktur bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson.[1753715904-de] Entzündung (8) Bei Hasen war mittels Bakterieninjektion in die Gallenblase eine akute Cholecystitis (mit Zunahme der Leukozytenzahl und der Dicke der Gallenblasenwand) ausgelöst worden. GB34 verbesserte beide Parameter.[1460543126-de] (7) Analgesie bei Entzündung: Hier spielt der ERK- Signalweg eine Rolle. ERK steht für extrazellulare signalregulierte Kinase (engl.: Extracellular-signal Regulated Kinase).[1435333278-de] (20) Drei Wochen nach Injektion von 0,9%iger Kochsalzlösung ins rechte Kniegelenk fielen mechanische und thermische Schmerzschwelle und der Gehalt, bzw. die Expression von Serotonin, Substanz P (SP) und CGRP (engl.: calcitonin gene-related peptide) im regionalen Hautgewebe um die beiden Akupunkturpunkte GB34 und SP10 stieg. Wurde an beiden Punkten (rechtsseitig) eine Woche vor der Untersuchung täglich 10 Minuten Moxibustion angelegt, so konnten alle genannten Parameter jeweils signifikant gegenteilig beeinflußt werden.[1734365838-de] Hepatoprotektion (1) GB34 (nicht ein NAP) zeigte bei chronischer Leberschädigung durch CCl4 einen verbesserten Leberindex und eine Absenkung von GOT, GPT und Gesamtcholesterin im Serum. Zudem normalisierte GB34 die Zahl der weißen Blutkörperchen und den Anteil der Lymphozyten. GB34 (nicht ein NAP) zeigte histopathologisch eine Reduzierungen der Hepatozytennekrose, der Fetteinlagerungen und eine geringere Anhäufung von extrazellulärer Matrix.[1302869411-de (2) Der Punkt GB34 zeigte, daß er vorbeugend hepatoprotektiv wirksam ist (vor Ischämie- Reperfusionstrauma eingesetzt). Die Parameter Stickstoffmonoxid, Stickstoffmonoxid Synthase und Sauerstoffradikale im Leberparenchym sowie Malondialdehyd und Superoxiddismutase im Blut beeinflußte er signifikant positiv.[1322141482-de] (5) Nachdem bei Ratten mittels Tetrachlorkohlenstoff eine akute Leberschädigung ausgelöst worden war, besserten sich durch GB34 (nicht durch NAP) die Spiegel von Aspartat- und Alaninaminotransferase, der Gesamtcholesterinspiegel und die Spiegel von hepatischen thiobarbitursäurereaktiven Substanzen jeweils signifikant. Die Wirkung reichte jedoch nicht aus, histologische Veränderungen der Leber aufzuhalten.[1365004080-de] Sonstiges (4) Auch GB34 aktiviert das Gonadotropin-Releasing-Hormon-Neuronen im Hypothalamus. Seine Wirkung ist dabei geringer als von REN4, SP6 und ST36.[1324564967-de] (12) Bei streßinduzierten Schädigungen der Magenschleimhaut reduzierten GB34, ST36, ST37 und ST39 (He- Punkte) des Ausmaß der Schleimhautschäden (Ulcusindex), Interleukin 1beta im Serum (IL1), sowie HMGB1 (high mobility group protein 1) und nAchRa7 (alpha 7 nicotinic acetylcholine receptor) in der Schleimhaut.[1533376247-de] (15) GB34 beugt Arthrose bei adipösen, hoch fetthaltig gefütterten Ratten vor.[1605879587-de] (16) Die Sensibilisierung von Akupunkturpunkten nach längerer Gonalgie ist nicht mit strukturellen Veränderungen der Mikrozirkulation verbunden.[1642176252-de] (19) Bei neuropathischem Schmerz infolge Nervenkompression (Nervus tibialis unilateral) zeigte die RNA-Sequenzierung sowohl in primärem somatosensorischen Kortex (S1) als auch anteriorem cingulären Kortex (ACC) deutliche Veränderungen, die sich bei Eintritt der analgetischen Wirkung von GB34 veränderten.[1734019103-de] (21) Nach Okklusion der Arteria cerebri media traten bei Ratten deutliche neurologische Störungen auf, die Gehirndurchblutung sank und die Expressionen von Aminobuttersäurerezeptor A (GABAA2) und Kalium-/Calciumcotransporter 2 (KCC2) im ischämischen Kortex nahmen ab. Akupunktur reduzierte die neurologischen Störungen und steigerte Durchblutung, GABAA2 und KCC2.[1736782417-de] Kontrollpunkt (9) Ratten wurden mit Cysteamin belastet. Dabei entstanden Ulzera duodeni. Gleichzeitig stiegen die Serumspiegel der proinflammatorischen Faktoren Interleukin 1 P (IL1), Tumornekrosefaktor alpha (TNF) und High- Mobility Group Protein B 1 (HMGB) und es sank die Expression des Nikotin Acetylcholin- Rezeptors alpha 7 (nAchR) im Gewebe des Duodenums (jeweils Signifikanz). Nur ST39 und ST36 (NICHT GB34) konnten alle genannten Veränderungen signifikant verbessern.[1477558066-de] (13) Bei Ratten mit Gonarthrose kam es an GB34 zu Zunahmen von Anzahl und Ausmaß der Degranulation von Mastzellen mit Freisetzung der Mediatoren Tryptase, Serotonin (5HT) und Histamin. Bei ausgeprägterer Gonarthrose waren die Veränderungen deutlicher als bei geringer ausgeprägter. Die Autoren schlossen daraus auf eine krankheitsabhängig selektive Sensibilisierung von Akupunkturpunkten.[1563701782-de] (14) Wurde trächtigen Ratten Nikotinlösung perinatal injiziert, so zeigten sich beim Nachwuchs signifikante Störungen der Lungenfunktion und pathohistologische Veränderungen der Lunge. Erhielten die Tieren während der Injektionsphase Akupunktur an ST36 (nicht an GB34), so waren diese Veränderungen signifikant geringer ausgeprägt.[1592557585-de] Quellen: www.AkuData.de: [Quelleneinbindung in eckigen Klammern entspricht AkuData-Index] |
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